9. Lehrgangsmodul

Bauleistungskoordination mit Hilfe digitaler Werkzeuge

Ausgangslage

Die Digitalisierung macht auch vor dem Bau nicht halt.

Im Fokus steht dabei die sogenannte Bauwerksdatenmodellierung (BIM), deren Nutzung sich zunehmend auch auf das Bauhandwerk erstreckt. Die mit diesem Instrument verbundene neue Arbeitsmethode verspricht eine verbesserte Wertschöpfung und Leistung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Im internationalen Baugeschehen spielt BIM bereits eine wichtige Rolle und auch in Deutschland gewinnt das Thema an Bedeutung. Mittels BIM können künftig alle Gebäudedaten und Arbeitsinformationen zentral erfasst und transparent vernetzt werden. Für die Vor- und Nachbereitung von Bauleistungen entfallen zeitraubende Mehrfachbearbeitungen. Abläufe und Ressourcen sind besser planbar und Ausfallrisiken verringern sich. Vor allem aber wird durch übereinstimmende Informationen eine durchgängige Kommunikation aller Gewerke sichergestellt. Gewerkeschnittstellen lassen sich einfacher koordinieren und abstimmen. Von BIM können deshalb nicht nur die Bauindustrie und große Unternehmen profitieren, sondern auch kleinere Betriebe. Bereits mit kleinen Schritten kann der Weg in die Digitalisierung beschritten werden.

 

Lösungsansatz

Das Modul „Bauleistungskoordination mit Hilfe digitaler Werkzeuge“ macht auf das Building Information Modeling bzw. das Zusammenarbeiten über Baudateninformationsmodelle (BIM) aufmerksam und vermittelt Grundlagen zum Umgang mit BIM im Bauhandwerk. Mit Ausbildungspersonal und Auszubildenden der Bau- und Ausbaugewerke sollen ausgewählte digitale Werkzeuge aktiv erkundet und Einstiegsmöglichkeiten zum Teil auch betriebsindividuell diskutiert werden. Die gemeinsame Erörterung von zentralen Begriffen und Merkmalen sowie Anwendungspotenzialen erfolgt am Beispiel eines Zimmereibetriebes, der die BIM-Methode bereits durchgängig nutzt. Mit den Arbeitsphasen Informationsabruf, Angebotserstellung, Werkstattplanung und Bauausführung machen sich die Teilnehmenden schrittweise durch Übungen und authentische Informationen und durch die Befragung von Fachleuten vertraut. Gemeinsam sollen auch Wege diskutiert werden, die aus Sicht der Teilnehmenden notwendig und geeignet sind, um BIM im Bauhandwerk weiter zu verbreiten.

 

AUSZUBILDENDE

Methode

Vorteile und Anforderungen von BIM werden besprochen und individuelle Erwartungen der Teilnehmenden aufgegriffen. Die Umgestaltung eines Traditionsbetriebes in ein BIM-basiertes Handwerksunternehmen wird kollaborativ erschlossen und als Übersicht dokumentiert. Am PC-Arbeitsplatz erfolgen gelenkte Modellbetrachtungen mit integrierten Aufgaben und unterschiedlichen BIM-Viewern. Ein Expertenbeitrag stellt die Entstehung von Modelldaten und die Kommunikationsmöglichkeiten vor, die BIM-Software für die Abstimmung von Gewerke-schnittstellen auf der Baustelle bereitstellt.

 

Dauer & Ablauf

Das eintägige Lernangebot ist dreistufig aufgebaut. Die ersten zwei Unterrichtseinheiten (UE) sind für die Erläuterung und gelenkte Diskussion von Grundlagen, Anwendungsoptionen und Praxisbeispielen für BIM vorgesehen. Die folgenden vier UE stehen für das praktische Erkunden frei zugänglicher BIM-Modelle und BIM-Viewer zur Verfügung. In den abschließenden zwei UE werden in einem Expertenbeitrag Kommunikationsmöglichkeiten und Planungswerkzeuge demonstriert.

 

Ergebnis

Die Teilnehmenden lernen die Bedeutung einer zentralen, digitalen Erfassung aller Gebäudedaten für das zukünftige Baugeschehen kennen. Sie sammeln erste Eindrücke zu Visualisierungsmöglichkeiten und zum Datenumfang von Bauwerksinformationsmodellen. Am Beispiel sogenannter Fachmodelle erkunden Sie die gewerkebezogene Modellspezifik. Über die Zusammenführung der Modelle erfahren die Teilnehmenden, wie sie über BIM mit anderen baubeteiligten Gewerken nicht nur im Bauprozess, sondern über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zusammenarbeiten können. Das Lernangebot unterstützt die Teilnehmenden darin, BIM als künftigen Standard und Arbeitsmethode zu akzeptieren.

 

AUSBILDERINNEN UND AUSBILDER

Methode

Die Wissenserarbeitung erfolgt im Rahmen eines Seminarvortrages, einer begleiteten Selbstlernphase, eines gemeinsamen Software-Trainings sowie einer Demonstration durch Expertinnen/Experten mit Fragenbeantwortung und Diskussion. Dabei werden Probleme in der Bauausführung sowie Potenziale von BIM analysiert und Merkmale wie z. B. Unterstützungsmöglichkeiten auf der Baustelle herausgestellt. In der Schulung veranschaulichte Methoden der Wissensweitergabe werden gemeinsam reflektiert.

 

Dauer & Ablauf

Das Modul setzt sich aus vier Blöcken von jeweils zwei UE zusammen. Den Start bildet ein Vortragsteil, indem auch der Wissenstand der Teilnehmenden abgefragt wird. Nachfolgend erarbeiten diese sich frei zugängliche Modelle und Viewer, Beispiele für eine BIM-Einführung im Handwerksbetrieb sowie geeignete Wege, BIM in die betriebliche Aus- und Weiterbildung zu bringen. Nach Software-Übungen erfahren die Teilnehmenden in einem Expertenbeitrag, wie BIM-basierte Mengen- und Kostenkalkulationen vorgenommen und digitale Gebäudemodelle mit konkreten Bauleistungsbeschreibungen verknüpft werden.

 

Ergebnis

Ausbilder und Ausbilderinnen erfahren, wie das „digitale Bauen“ aussehen kann und welche Vorteile es bietet. Dabei erschließen sie sich Referenzmodelle und Software-Tools, die sich auch in eigene Bildungsangebote einbringen lassen und tauschen diesbezüglich Ideen aus. Die gewerkeübergreifende Betrachtung von Bauleistungen im digitalen Gebäudemodell fördert ihre Kompetenz, die Auswirkungen von Bauabweichungen auf andere beteiligte Handwerke abzuschätzen. Weiterhin erhalten die Teilnehmenden konkrete Empfehlungen zur Einführung von BIM in Handwerksbetrieben. Das Potenzial für Kosten- und Zeiteinsparungen sowie Arbeitserleichterungen erleben sie in Demonstrationen praxiserfahrener Fachleute.

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