7. Lehrgangsmodul

Energieeffizienz durch lüftungstechnische Maßnahmen

Ausgangslage

Energiebewusstes Bauen erfordert ein gewerkeüber-greifendes Verständnis vom Haus als System. Dies lässt sich am Beispiel einer kontrollierten Wohnraumlüftung vereinfacht aufzeigen: Mindestens ein Drittel der Wärmeverluste in einem Wohngebäude sind Lüftungswärmeverluste. Dabei steigt der relative Verlustanteil mit abnehmenden Transmissionswärmeverlusten infolge immer besser gedämmter Gebäudehüllen. Über 90 Prozent der Lüftungswärmeverluste lassen sich jedoch einsparen, wenn geeignete lüftungstechnische Maßnahmen geplant und durch verschiedene Gewerke funktionssicher umgesetzt werden. So sind für den Bau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung neben den Installationsgewerken auch Berufe der Ausbau- sowie der Tief- und Hochbaugewerke gefordert. Zu der eigentlichen Lüftungs- und Steuerungstechnik fügen sie unentbehrliche Komponenten wie Ausluft- und Überstromluftdurchlässe oder Erdwärmetauscher hinzu und erstellen die Wand- und Deckenkonstruktionen für die Kanal- und Leitungsführungen.

 

Lösungsansatz

Das Modul „Energieeffizienz durch lüftungstechnische Maßnahmen“ verdeutlicht das systemische Zusammenwirken von Bau- und Anlagenkomponenten für die Wohnraumlüftung. Darüber hinaus stellt es Wechselbeziehungen zu maßgebenden Qualitätskriterien für Wohngebäude wie Feuchteschutz und Raumlufthygiene, Energieeffizienz sowie Wärme-, Schall- und Brandschutz her. Es vermittelt hierfür praxisbezogene Grundlagen und schafft über die Einbindung von realen Einzelbauteilen und Modellen zu deren Einbausituation gewerkeverbindende Einblicke in einzelne Arbeitsschritte. Im Praxistraining werden diese an Einbau und Einmessung einer Lüftungsanlage veranschaulicht. Die Auszubildenden werden damit zum gemeinsamen Ausprobieren und Erfahrungsaustausch angeregt und erkennen, dass die Umsetzung komplexer Lüftungssysteme ein gewerkeübergreifendes Qualitätsverständnis und Zusammenarbeiten erfordert.

 

AUSZUBILDENDE

Methode

Das System „Lüftung“ wird analytisch erschlossen. Zunächst werden die Bedingungen, unter denen ein Lüftungskonzept zum Tragen kommt, und die technischen Systemkomponenten anhand ihrer Einzelwirkungen verdeutlicht. Das Gesamtsystem wird durch das kollek-
tive Erarbeiten von Wirkungsketten an konkreten Wohnungsgrundrissen erschlossen. So werden schrittweise Teillösungen und Systemkombinationen überdacht. Über Vor- und Nachteilbetrachtungen erfolgt die Weiterentwicklung zu einer kontrollierten Wohnungslüftung, die sich in vereinfachter Form praktisch umsetzen und messtechnisch untersuchen lässt.

 

Dauer & Ablauf

Nach einer energetischen Einordung und Einführung zur Konzeption von Lüftungsmaßnahmen mit eigener Beispielrechnung (drei Unterrichtseinheiten – UE) lassen sich in einem Praxisteil reale technische Komponenten und deren Einbauzustände ergründen. Dabei erläuterte Kenndaten werden genutzt, um Lüftungskonzepte gemeinsam nachzuvollziehen (zwei UE). Ein Überblick zur kontrollierten Lüftung mit eingebettetem Zusammenbau einer Lernanlage leitet zu einem Praxisteil für das Einmessen einer vorinstallierten Anlage über (drei UE).

 

Ergebnis

Die Teilnehmenden erhalten Überblickswissen zur energetischen Gebäudesanierung und damit verbundenen lüftungstechnischen Maßnahmen. Sie können Luftmengenangaben einordnen, die Grundzüge von Lüftungskonzepten nachvollziehen und relevante technische Kennwerte gezielt hinterfragen. Mit der erarbeiteten Systemkompetenz und Orientierungswissen zu Nachbargewerken werden sie in die Lage versetzt, Zusammenhänge zu analysieren und die Folgen ihrer Entscheidungen sowohl für die eigene Arbeit als auch für die anderen Systemakteure vorwegzunehmen. Damit wird eine Grundlage für ein zielführendes gewerkeverbindendes Handeln erworben, in dessen Mittelpunkt die Errichtung eines Gesamtsystems steht.

 

AUSBILDERINNEN UND AUSBILDER

Methode

Der Erkenntnisweg ist durch ein sich entwickelndes Erschließen des technischen Systems „Lüftung“ bestimmt. Über die Einbindung von Normen, Datenblättern und Softwaretools zur lüftungstechnischen Auslegung sind fundierte Fachkenntnisse sowie thematische Gestaltungsspielräume vermittelbar. In gelenkten Diskussionen werden Praxistauglichkeit und Alternativen zu Demonstratorbauteilen und -geräten herausgestellt. Den Praxisteil zu Aufbau und Einmessung einer KWL-Anlage erleben Auszubildende und Ausbildungspersonal gleichermaßen, wobei letztere tiefergehende Informationen zur Messtechnik erhalten.

 

Dauer & Ablauf

Das Angebot umfasst vier sich abwechselnde Theorie- und Praxissequenzen von jeweils zwei UE. Nach einer Einführung zu Einsparpotenzialen und technischen Grundlagen sowie Verantwortlichkeiten stehen Luftvolumenstromberechnungen für verschiedene Lüftungsstufen und umsetzbare Lüftungssysteme sowie die Ausgestaltung von Luftdurchlässen im Mittelpunkt. Im Rahmen der Montage- und Messübungen werden auch Montageabläufe erörtert. Abschließend erfolgt eine Reflexion didaktisch-methodischer Ansätze.

 

Ergebnis

Die Teilnehmenden erhalten breit gefächerte Informationen für den Einsatz von Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung, deren Konzeption und praktische Umsetzung. In Verbindung mit den vorgestellten Planungswerkzeugen, Gerätschaften und Lernanlagen sowie den erlebten nonformalen Methoden für die Wissensvermittlung wird eine Basis geschaffen, die eine eigenständige Modifizierung oder weitergehende Präzisierung der thematisierten Inhalte ermöglicht. Je nach Zusammensetzung der Teilnehmergruppe üben sich die Teilnehmenden zudem in der konstruktiven Interaktion mit Kollegen und Kolleginnen der vor- und nachgelagerten Gewerke und vertiefen Schnittstellenwissen.

Weitere Lehrgangsmodule

Abschlusskonferenz am 13.09.2018

Die Projektlaufzeit endet bald – Zeit nicht nur für einen Rückblick...

1. Lehrgangsmodul

Gefährdungsbeurteilung beim Einsatz von Baumaschinen und Geräten

2. Lehrgangsmodul

Gesundheits-, Arbeits- und Klimaschutz beim Umgang mit Baumaschinen und Geräten

3. Lehrgangsmodul

Energieeffizienz von Baumaschinen

4. Lehrgangsmodul

Technische und Rechtliche Grundlagen

5. Lehrgangsmodul

Wärmebrücken an Bauteilschnittstellen

6. Lehrgangsmodul

Luftdichtheit von Gebäuden

8. Lehrgangsmodul

Brandschutzsicherheit gewerkeübergreifend gewährleisten

9. Lehrgangsmodul

Bauleistungskoordination mit Hilfe digitaler Werkzeuge

10. Lehrgangsmodul

Ressourcenschonung durch Verschnittoptimierung am Beispiel Fassade

11. Lehrgangsmodul

Vermeidung von Schadstellen im Wandaufbau

12. Lehrgangsmodul

Radondichte Hauseinführungen im Kellerbereich

13. Lehrgangsmodul

Facharbeit als Lernprozess begreifen