4. Lehrgangsmodul

Technische und Rechtliche Grundlagen

Ausgangslage

Es existieren eine Reihe von europäischen und nationalen Regelungen um sicherzustellen, dass neu zu errichtende oder zu sanierende Gebäude einem möglichst hohen energetischen Standard gerecht werden. Hierzu zählen in Deutschland neben der Energieeinsparverordnung (EnEV) auch das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG). Zur Planung und Bauausführung gibt es zudem eine ganze Reihe von Normen, welche einer ständigen Weiterentwicklung unterliegen. Die Änderungen haben in den meisten Fällen eine Verschärfung der Anforderungen an die Energieeffizienz der Gebäude zur Folge. Den bauausführenden Fachkräften ist die Vielzahl dieser Regelungen und deren Zusammenhang oftmals nicht genügend bekannt. Hierbei geht es um ein relativ komplexes Zusammenwirken rechtlicher und normativer Vorgaben aus unterschiedlichen Fachbereichen. Da diese große gewerkeübergreifende Auswirkungen haben, ist hierfür bei allen am Bau beteiligten Fachkräften ein hohes Verständnis für diese Zusammenhänge notwendig. Mangelndes Wissen über die Zusammenhänge führt häufig zu Fehlentscheidungen, beispielsweise bei der Umsetzung planerischer Vorgaben oder bei der fachgerechten Koordinierung des Bauablaufes.

 

Lösungsansatz

Das Modul Technische und Rechtliche Grundlagen vermittelt den Teilnehmenden einen Überblick über die zurzeit geltenden europäischen und deutschen Rechtsnormen. Es wird ihnen erläutert, welcher Zusammenhang zwischen den einzelnen Regelungen besteht und in welchen gegenseitigen Abhängigkeiten sie stehen. Des Weiteren wird die besondere Rolle der Bauwirtschaft bei den Bemühungen zur Reduktion des CO₂ Ausstoßes aufgezeigt. Die Notwendigkeit der Errichtung energieeffizienter Gebäude und der entsprechenden Sanierung von Bestands-Gebäuden werden als besonderer Beitrag zum Erreichen der klimapolitischen Ziele dargestellt. Die Vielzahl der relevanten Normen werden erörtert und die Inhalte werden auf die für die Zielgruppe relevanten Bereiche ausgerichtet. Die Teilnehmenden an dem Modul kommen aus den unterschiedlichsten Gewerken, vorrangig aus der Bau- und Gebäudetechnik. Diese Konstellation ermöglicht es, die relevanten Probleme an Praxisbeispielen und aus der unterschiedlichen fachlichen Perspektive der Beteiligten zu diskutieren. Hierbei wird das Erfordernis einer entsprechenden fach- und gewerkeübergreifenden Zusammenarbeit verdeutlicht.

 

AUSZUBILDENDE

Methode

Das Lernenden erhalten durch die Lehrenden in einem PowerPoint unterstützten Vortrag einen Überblick über die zurzeit für das energieeffiziente Bauen geltenden wesentlichen europäischen und deutschen rechtlichen Regelungen und normativen Vorgaben. Dabei wird Ihnen erläutert, welcher Zusammenhang zwischen den einzelnen Regelungen besteht und in welchen gegenseitigen Abhängigkeiten sie stehen. In Kleingruppen arbeiten die Auszubildenden an vorgegebenen Fragestellungen und recherchieren dazu in den bereitgestellten Medien. Die Ergebnisse werden durch die Gruppe präsentiert und gemeinsam ausgewertet.

 

Dauer & Ablauf

Nach der Begrüßung und der Abfrage der Erwartungshaltungen an das Modul erhalten die Lernenden in einem PowerPoint-Vortrag einen Überblick über die relevanten rechtlichen und normativen Regelungen und die politischen Zielstellungen hinter diesen werden erläutert (drei UE). Danach recherchieren sie in Kleingruppen von bis zu fünf Auszubildenden in den Regelungen und beantworten die gestellten Fragen (drei UE). Im Anschluss daran präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse (drei UE).

 

Ergebnis

Das Teilnehmenden bekommen einen Überblick über die unterschiedlichen rechtlichen und normativen Regelungen in diesem Gebiet. Sie können diese Informationen einordnen und an Hand gezielter Fragestellungen selbstständig nach geänderten Regelungen in vorgegebenen Medien recherchieren. Sie wissen um die Wechselbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Regelungen. Aus den Diskussionen untereinander kennen sie die unterschiedlichen Sichtweisen und Herangehensweisen der jeweils anderen Gewerke zu diesem Thema. Sie sind über die Bedeutung der Bauwirtschaft zum Erreichen der Klimaschutzziele informiert. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind zum Thema Nachhaltigkeit insbesondere in der Bauwirtschaft sensibilisiert.

 

AUSBILDERINNEN UND AUSBILDER

Methode

Das teilnehmende Ausbildungspersonal erhält einen Überblick über die zurzeit geltenden europäischen und deutschen Rechtsnormen. Zusammenhänge zwischen den einzelnen Regelungen werden erläutert und die gegenseitigen Abhängigkeiten dieser Regelungen werden besprochen. Ferner werden Internetquellen für die relevanten Regelungen benannt. In Kleingruppen recherchieren die Teilnehmenden die entsprechenden Regelungen nach bestimmten thematischen und inhaltlichen Vorgaben. Die Ergebnisse werden durch die Gruppe präsentiert und die Auswirkungen dieser Regelungen auf die Baupraxis diskutiert.

 

Dauer & Ablauf

Nach der Begrüßung und der Abfrage der Erwartungshaltungen an das Modul werden die relevanten Regelwerke gemeinsam in einer Diskussion erarbeitet, systematisiert und die Wechselbeziehungen dargestellt (drei Unterrichtseinheiten – UE). Hierfür kommt eine PowerPoint-Präsentation zum Einsatz. Im Anschluss recherchieren die Teilnehmenden in Kleingruppen Inhalte dieser Regelungen nach den Vorgaben und Fragestellungen des Dozenten/der Dozentin (drei UE). Danach werden die Ergebnisse durch die Gruppen präsentiert (zwei UE).

 

Ergebnis

Die Ausbilderinnen und Ausbilder haben einen Überblick über die unterschiedlichen rechtlichen und normativen Regelungen gewonnen. Sie können diese Informationen systematisch einordnen und selbstständig nach geänderten Regelungen recherchieren. Sie kennen die Wechselbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Regelungen und können diese in ihrer Relevanz beurteilen. Aus der Diskussion miteinander kennen sie die unterschiedlichen Sichtweisen und Herangehensweisen der jeweils anderen Gewerke zu diesem Thema. Die Ausbilderinnen und Ausbilder sind in der Lage, mit diesen Kenntnissen eigene Module zu diesen Themen zu erarbeiten oder diese bei der Erarbeitung anderer Module zum Thema des energieeffizienten Bauens zu nutzen.

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