10. Lehrgangsmodul

Ressourcenschonung durch Verschnittoptimierung am Beispiel Fassade

Ausgangslage

Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht nur energieeffiziente Gebäude zu planen und zu errichten, sondern auch ressourcenschonend mit den Baumaterialien umzugehen, die ihrerseits häufig unter hohem Aufwand und zumeist auch hohem Energieeinsatz hergestellt werden. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) trifft klare Zielvorgaben: Vermeidung steht vor Verwertung und diese vor Beseitigung. Warum aber fallen auf den Baustellen immer noch Unmengen an Abfall an und werden einfach entsorgt? Wie können diese Mengen an Abfall, speziell der Verschnitt an Wärmedämmmaterial, weitgehend vermieden werden? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das Modul 10.

 

Lösungsansatz

Die Modulkombination setzt an diesem Punkt an, hier speziell an der Verkleidung von Fassaden. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Bauausführenden für das Thema zu gewinnen und die Möglichkeiten und die erzielbaren Erfolge des bewussten und ressourcenschonenden Vorplanens zu verdeutlichen. Dabei werden drei Materialberechnungs- bzw. Verschnittoptimierungsmethoden gegenübergestellt: Die klassische Grobschätzung, das händische Vermessen und Vorplanen, sowie ein einfaches und preiswertes technisches Gebäudemessverfahren zur digitalen Auswertung am PC. Die Teilnehmenden erleben diese Varianten exemplarisch an maßstäblichen Modellen, lernen die Software kennen, vergleichen und bewerten die Ergebnisse auch unter finanziellen Gesichtspunkten.

 

AUSZUBILDENDE

Methode

Da die Teilnehmenden befähigt werden sollen, gewerkeübergreifende bautechnische Probleme proaktiv am Beispiel einer zu dämmenden Fassade gemeinsam zu lösen, werden aktivierende und analysierende Methoden eingesetzt, die einen hohen Grad der Selbstbestimmung aufweisen. Dabei werden drei Niveaustufen unterschieden (Basic, Aufbau, Expert). Eingesetzt werden offenes und kommentiertes Brainstorming während der Analysephase sowie Gruppenarbeiten mit experimentellem Charakter während der Erarbeitungsphase. Die Teilnehmenden werden exemplarisch – am Beispiel Fassadenmaterialverschnitt – an den Nachhaltigkeitsaspekt Ressourcenschonung herangeführt.

 

Dauer & Ablauf

In praktischer Gruppenarbeit sind anhand von 1:1-Modellen der Materialaufwand und der entstehende Verschnitt mit unterschiedlichen Herangehensweisen zu ermitteln. Aktivierend wird der Herausforderungs-Charakter der Aufgabenstellung genutzt. Danach stellen die Teilnehmenden sich in einer Auswertung ihre Ergebnisse und den Weg zur Erreichung des Gruppenarbeitszieles gegenseitig vor (zwei UE). Im anschließenden Auswertungsgespräch (zwei UE) erfahren die Teilnehmenden den Sieger des Vergleichs: Das elektronisch unterstützte Verfahren überzeugt hinsichtlich des Materialeinsatzes, der Zeit und der erreichbaren Planungs- und Ausführungsqualität.

 

Ergebnis

Die Teilnehmenden sind befähigt, gewerkeübergreifende bautechnische Probleme proaktiv am Beispiel einer zu dämmenden Fassade gemeinsam zu lösen. Sie haben erkannt, dass die technische Methode die genauere, schnellere und gegenüber den klassischen Vorgehensweisen auch die kostengünstigere ist. Die Teilnehmenden sind für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert und haben die Auswirkungen ihres Handelns auf andere Gewerke erkannt.

 

AUSBILDERINNEN UND AUSBILDER

Methode

Die teilnehmenden Ausbilderinnen und Ausbilder werden in die Lage versetzt, neue Nachhaltigkeitsthemen so zu vermitteln, dass die Lernenden die Relevanz für ihr berufliches Handeln erkennen. Am Beispiel einer zu dämmenden Fassade erleben sie aktivierende und analysierende Methoden Herausforderungs-Charakter, die einen hohen Grad der Selbstbestimmung aufweisen und in drei Niveaustufen (Basic, Aufbau, Expert) eingesetzt werden können. Dazu zählen Brainstorming während der Analysephase und Gruppenarbeiten mit Experimenten. Die Teilnehmenden reflektieren das Erlebte und nutzen diese Erfahrungen für die Erstellung von Lehrgangsmodulen für Auszubildende.

 

Dauer & Ablauf

Nach einer Einführung in das nonformale Lernen am Beispiel der Verschnittoptimierung gliedert sich das Modul in die inhaltliche Durchdringung des Themas und seine didaktische Aufbereitung zu einem Modul für Auszubildende. Die Ermittlung des Materialaufwands und des entstehenden Verschnitts erfolgt mit unterschiedlichen Herangehensweisen (zwei UE). Anschließend stellen sich die Teilnehmenden ihre Ergebnisse gegenseitig vor und ermitteln den Sieger des Vergleichs (zwei UE). Die didaktische Aufbereitung und Entwicklung des Auszubildenden-Moduls mit dreistufiger Niveauabstufung erfolgen nach Reflexion des Erlebten (vier UE).

 

Ergebnis

Die Teilnehmenden können Lernszenarien entwickeln, in denen Auszubildende praxisrelevante, gewerkeübergreifende bautechnische Probleme am Beispiel einer zu dämmenden Fassade erkennen, analysieren und gemeinsam lösen. Sie haben erkannt, dass Lernende durch den Einsatz einer vergleichenden Methode motiviert werden können und bestrebt sind, argumentativ nachvollziehbare Ergebnisse zu erzielen. Im Beispiel hebt sich die elektronische Variante positiv von den anderen Ergebnissen ab. Die Teilnehmenden folgen den Prinzipien des nonformalen Lernens und der vollständigen Handlung.

 

 

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